Klinik ist Vorbild für die Integration internationaler Ärzte

06.02.2018 13:10 Uhr

Dr. Aljannan (rechts) freut sich über seine Tätigkeit an der RKH Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal

Deutsche Approbation für Dr. Emad Aljannan

Dr. Emad Aljannan, ein junger Chirurg aus Syrien, hatte sich im Juli 2016 entschlossen, seinen weiteren beruflichen Weg in Deutschland zu beschreiten - nach sechsjähriger Tätigkeit an der Universitätsklinik Damaskus und bestandener Facharztprüfung für Viszeralchirurgie. Er wählte den Weg eines Visums zur Arbeitssuche für Fachkräfte in Mangelberufen, der hochqualifizierten Arbeitskräften wie Ärzten oder Ingenieuren offensteht.

 

Dr. Aljannan absolvierte nach seiner Ankunft zügig einen Deutschkurs auf B2-Niveau und beantragte frühestmöglich die Anerkennung seiner Approbation. Über Bekannte informierte er sich über das Spektrum der Chirurgie in der RKH Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal und bewarb sich um eine Hospitation. Dr. Dagmar Schweinfurth, Assistenzärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, übernahm für diese Hospitation die Patenschaft mit dem Ziel, durch direkte Begleitung im Arbeitsalltag die Integration zu verbessern.

 

Dr. Aljannan brachte sich mit außergewöhnlichem Engagement in den Klinikalltag ein, konnte seine sprachliche Kompetenz zügig erweitern und wurde bald von allen Mitarbeitern der Klinik sehr geschätzt. Auch bei den Patienten gewann er durch sein höfliches und freundliches Auftreten schnell Sympathien.

 

Ende 2016 drohte trotzdem der Verlust der Aufenthaltsgenehmigung, denn die notwendige Verlängerung des Visums gestaltete sich überaus kompliziert. Grund war zum einen die Überlastung der für Anerkennungsverfahren zuständigen Abteilung des Regierungspräsidiums, zum anderen aber auch die Tatsache, dass eine Hospitation laut der zuständigen Behörde den Zeitraum von drei Monaten nicht überschreiten darf. Es musste also eine zeitnahe und praktische Lösung gefunden werden, um den Aufenthalt von Dr. Aljannan zu verlängern.

 

Durch das gemeinsame Engagement von Ärzten, Regionaldirektion und Personalabteilung konnte eine Stelle für Dr. Aljannan geschaffen werden, welche ihm vom Hospitanten in den Status eines Arztpraktikanten erhob. Da er somit eine Berufstätigkeit nachweisen konnte, wurde die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis letztlich genehmigt. Die notwendige Finanzierung der Berufstätigkeit wurde durch Spenden des Freundeskreises zur Förderung des Krankenhauses Bruchsal e.V. unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Wacker realisiert, wobei auch eine maßgebliche Summe von den Kollegen der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie beigesteuert wurde. Die Regionaldirektorin der Kliniken des Landkreises Karlsruhe, Susanne Jansen, sowie die Personalabteilung der Regionalen Klinken Holding unterstützten das Projekt tatkräftig. Auch das Engagement von Cornelia Petzold-Schick als Oberbürgermeisterin Bruchsals ist hervorzuheben, die sich einschaltete, als die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis bei den entsprechenden Behörden zu scheitern drohte.

 

Mit der neu gewonnenen Sicherheit durch die Aufenthaltserlaubnis und die Unterstützung der Kollegen konnte sich Dr. Aljannan wieder voll darauf konzentrieren, seine Sprachkompetenz und die Kenntnisse des deutschen Gesundheitswesens weiter zu verbessern. Parallel arbeitete er in seiner neuen Position als Arzt im Anerkennungsverfahren tatkräftig in der Klinik mit. Im November 2017 absolvierte Dr. Aljannan erfolgreich die Gleichwertigkeitsprüfung und erhielt die deutsche Approbation. Seine Weiterbeschäftigung in der Klinik ist für dieses Jahr gesichert.

 



Pressesprecher

Alexander Tsongas
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