Weltdiabetestag - Veranstaltung im Rathaus in Stuttgart

23.11.2017 12:17 Uhr

Gipfel von Medizin, Selbsthilfe und Politik bei der ADBW/DBW-Veranstaltung zum Weltdiabetestag in Stuttgart: (von links)Professor Dr. Jochen Seufert, Freiburg ADBW, Anne-Marie Schnäbele, Rechbergklinik Bretten ADBW, Dr. Alexander Hemmann, DBW, Heike Steck, DBW, Professor Dr. Monika Kellerer, Chefärztin des Marienhospitals Stuttgart, Sozialminister Manne Lucha, Professor Dr. Reinhard Holl, Ulm ADBW, und Dr. Ulrich Clever, Präsident Landesärztekammer.

Bereits zum vierten Mal nahmen die Arbeitsgemeinschaft Diabetologie Baden-Württemberg e.V. (ADBW) und die Diabetiker Baden-Württemberg e.V. (DBW) den Weltdiabetestag zum Anlass, um eine breite Öffentlichkeit für das Thema Diabetes zu sensibilisieren. Wer „kann“ Diabetes? Unter diesem Motto stand die gemeinsame Veranstaltung der regionalen Fachgesellschaft und der Patientenorganisation am 14. November. Sie fand von 17:00 bis 19.30 Uhr im Rathaus in Stuttgart statt. Dabei standen aktuelle Fragestellungen in der Versorgung von Menschen mit Diabetes in Baden-Württemberg im Mittelpunkt.

 

Anne-Marie Schnäbele, Diabetesberaterin DDG in der Rechbergklinik Bretten und Vorstandsmitglied in der ADBW, weitete das Thema im Rahmen der Podiumsdiskussion auf den Bereich der Pflege aus. Auch beim Pflegepersonal müsse in der Aus- und Weiterbildung die diabetologische Kompetenz gestärkt werden. Die Ausbildungsstunden im Bereich Diabetologie sind sehr gering und lokal unterschiedlich je nachdem, welcher Klinik die Krankenpflegeschule angegliedert ist. Die Unterschiede in der Diabeteskompetenz zeigen sich auch in den verschiedenen Fachrichtungen, in denen die jeweiligen Pflegekräfte tätig sind. Der Abbau von Diabetesstationen und der zunehmende Mangel an Diabetologen in Kliniken als Ansprechpartner für die Pflege prägt das Diabetesunwissen. Zwischen 25 und 30 Prozent der stationären Patientinnen und Patienten seien an Diabetes erkrankt. Während ihres Krankenhausaufenthaltes benötigten sie keineswegs eine hochspezialisierte Diabetes-Behandlung, aber eine Diabetes-Kompetenz. „Es haben aber nur 15 Prozent der deutschen Krankenhäuser diese Diabetes-Expertise“, so Professor Dr. Monika Kellerer. Damit thematisiert die Chefärztin des Marienhospitals Stuttgart einen zentralen Aspekt der Diskussion: Wie werden die Betroffenen (in den Krankenhäusern) versorgt? Wie fühlen sie sich versorgt?

 

Ein Thema, mit dem die Veranstalter, die Arbeitsgemeinschaft Diabetologie Baden-Württemberg (ADBW) und die DBW – Diabetiker Baden-Württemberg, offensichtlich genau den Kern getroffen haben. Denn über 400 Besucherinnen und Besucher verfolgten das Referat von Sozialminister Manne Lucha zur diabetologischen Versorgung in Kliniken und pflegerischen Einrichtungen und die abschließende Podiumsdiskussion unter Leitung von Professor Dr. Jochen Seufert aus Freiburg, Vorstandsmitglied ADBW, mit großem Interesse. Im abschließenden Statement sprach Anne-Marie Schnäbele ihren Wunsch aus, die Diabeteskompetenz in der Pflege zu erhöhen und erwähnte den ADBW-Fachkurs Diabetes für Pflegekräfte, welcher in der RKH Akademie in Markgröningen durchgeführt wird.

 



Pressesprecher

Alexander Tsongas
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