Ein exakter Blick ins Körperinnere

27.04.2018 10:36 Uhr

(von links) Professor Karel Caca, Klaus Schmitt, pflegerischer Leiter der Endoskopie, und Dr. Marc Müller freuen sich über die Vorteile der neuen ERCP-Einheit

3D-Computertomographie optimiert endoskopische Untersuchungen

Endoskopie trifft Schnittbildverfahren lautet das Motto an der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämato-Onkologie, Pneumologie, Diabetologie und Infektiologie am RKH Klinikum Ludwigsburg. Der Ärztliche Direktor Professor Dr. Karel Caca spricht von einem großen Fortschritt bei endoskopischen Eingriffen, insbesondere Untersuchungen der Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse. Im neu eingerichteten ERCP-Raum ist jetzt ein genauer Blick ins Körperinnere möglich.

 

Endoskopische Untersuchungen sind heute weit verbreitete Diagnose- und Behandlungsverfahren. Professor Caca sieht als neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie eine stetig zunehmende Bedeutung dieser schonenden Behandlungsmöglichkeiten, denn das flexible Endoskop wird über natürliche Körperöffnungen eingeführt und den Patienten eine „klassische“ Operation erspart. So können z.B. bei der retrograden Cholangiopankreatikographie, kurz ERCP, die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge dargestellt und Erkrankungen wie ein Gallensteinleiden minimal-invasiv behandelt werden. Allerdings war der Blick des Untersuchers bisher nur auf innen begrenzt, er konnte nicht über die Wand hinausschauen. Durch die wegweisende Einführung der 3D-Computertomographie in Ergänzung zur Endoskopie weitet sich der Blick des Untersuchers bereits während der Endoskopie über die Wand hinaus.

 

Was den mit viel Medizin- und Computertechnik gespickten neuen ERCP-Raum in Deutschland nun so einzigartig macht, ist die Kombination der Endoskopie mit speziell hochauflösender Computertomographie. Der hier eingebaute Dyna-CT liefert z.B. während der ERCP-Untersuchung genaue Bilder. Bei der Computertomographie wird ein gebündelter Röntgenstrahl rotierend durch den Patienten geschickt. Ein Computer errechnet daraus die Dichtewerte der untersuchten Organe. „Wir können jetzt optimale Ergebnisse erzielen“, betont Professor Caca. Der Blick ins Köperinnere wird dabei viel umfassender. Der Ärztliche Direktor vergleicht die herkömmliche Endoskopie mit einer nächtlichen Autofahrt, wo die Scheinwerfer nur die Straße beleuchten, die Umgebung aber im Dunkeln bleibt. Mit dem Dyna-CT sei das nun anders, die Autofahrt finde praktisch bei Tag statt.

 

Die Regionale Kliniken Holding RKH investierte für diese deutschlandweit einmalige medizinische Innovation samt Umbau und Ausstattung rund 1,5 Millionen Euro. Der neue ERCP-Raum steht dabei auch Patienten der gesamten Regionalen Kliniken Holding (RKH) und insbesondere auch dem Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit der dortigen Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Infektionskrankheiten, Hämato-Onkologie und Palliativmedizin mit ihrem Ärztlichen Direktor Dr. Marc Müller ist sehr eng und beispielhaft. Prof. Caca betont aber auch die notwendige enge Zusammenarbeit mit den minimal-invasiven chirurgischen Abteilungen der RKH, denn in einigen Fällen sind endoskopische Eingriffe vor oder auch nach Operationen notwendig.

 



Pressesprecher

Alexander Tsongas
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